Schottland

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Es gibt wohl keinen Edelbranntwein, der weltweit gefeierter oder populärer ist, als der Whisky. Ausgerechnet jenes Getränk, das ursprünglich vor allem den kleinen Leuten hin und wieder das Leben versüßte, ist heute eines der nobelsten, fachlich heiß diskutiertesten und symbolträchtigsten auf der ganzen Welt.

In der anspruchsvollen Whisky-Gemeinde genießt dabei insbesondere schottischer Whisky eine hohe, um nicht zu sagen herausragende, Reputation. In unserem Whisky Shop finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Whisky.

Ja, für die Whisky-Kenner ist er in der Tat so etwas wie der Heilige Gral. Seine Historie, die zahlreichen Mythen, die um die Art und Weise seiner Herstellung kreisen, die für Geist und Seele äußerst anspruchsvollen Verkostungen und nicht zuletzt sein edler Glanz sind es, die das Herz eines jeden Whiskyfans höher schlagen lassen.

Sowohl der Whisky im Besonderen als auch schottischer Whisky im Allgemeinen sind keine gewöhnlichen Konsumgüter. Sie sind Vehikel einer Lebensweise und -einstellung, sie sind Zeugnisse einer altehrwürdigen Kunst, die über Jahrhunderte hinweg zur Perfektion gebracht wurde.

Diese Perfektion durch ausgeprägtes Fachwissen und feingeistiges Urteilsvermögen zu würdigen, haben sich viele Whisky-Liebhaber auf die Fahne geschrieben und den schottischen Whisky zu ihrem Wappen erkoren. Schottischer Whisky ist ein Phänomen, das zu verstehen, einen kurzen Blick in die Historie erfordert.

Was schottischer Whisky mit den Arabern zu tun hat

Schottischer Whisky hat eine lange Tradition. Es ist eine Tradition, die im Grunde wie bei jedem alkoholischen Getränk mit der Entdeckung der Alkoholdestillation durch arabische Alchemisten beginnt. Diese stießen gewissermaßen zufällig darauf, als sie im 10. Jahrhundert n.Chr. sich in der Herstellung von Kosmetika übten. Das Wort Alkohol, das aus dem arabischen „al-kuhl“ stammt, verweist heute noch auf diese Ursprünge. Religiös bedingt, tranken die Araber allerdings selbst keinen Alkohol, was für uns Europäer nun gleichsam als Fluch oder Segen ausgelegt werden mag. Denn infolge der eigenen Abstinenz brachten die Araber die von ihnen entdeckten Destillationsverfahren schließlich nach Europa, wo vor allem italienische Mönche sodann schon um das 13. Jahrhundert herum Wein herstellten.

Dagegen erwuchs der stärkere Branntwein („Aqua Vitae“ = „Wasser des Lebens“) in den mittelalterlichen Klöstern zu einem probaten Mittel zur Behandlung von Pocken oder Koliken.

Schottischer Whisky tauchte seinerseits erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts auf. Auch hier waren es vorrangig Mönche, die die ersten Destillationsversuche unternahmen. Dass als Ergebnis dieser Versuche letztlich schottischer Whisky feststand, war dabei im Wesentlichen den für Schottland typischen klimatischen Bedingungen zu verdanken.

Denn diese erwiesen sich weniger für die Weintrauben- als vielmehr für die Gerstenproduktion geeignet. Und da wiederum aufgrund des Klimas die Lagerung von Gerste sehr schwierig war, gewöhnte man sich an, sie schnell zu verwerten. So gelangte man zunächst über die Produktion von Bier zu einem stärkeren Getränk, das noch länger konserviert werden konnte: Schottischer Whisky war geboren

Seinen endgültigen Durchbruch – und zwar nicht nur als Nationalgetränk, sondern auch als DAS Getränk der englischen Mittelklasse – erlebte er dann in den Jahren nach 1880. Zuvor galt nämlich Brandy mit Soda als Standarddrink. Als jedoch die Reblaus zwischen 1860 und 1880 die Weinberge Frankreichs so gut wie produktionsunfähig machte, musste eine schnelle Alternative her -der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Schottischer Whisky als Nationalgetränk mit besonderem Rechtsschutz

Es ist nicht nur der Name des schottischen Whiskys, der ihn durch den ausdrücklichen Verzicht auf das von irischen und amerikanischen Herstellern verwendete „e“ (Whisk-e-y) von anderen Bränden ähnlicher Gattung unterscheidet. Darüber hinaus genießt er vielmehr auch einen gesonderten Rechtsschutz.

Schon seit 1909 ist schottischer Whisky in der britischen Gesetzgebung und seit 1989 in der Gesetzgebung der EU gewürdigt und als zu wahrendes Traditionsgetränk geschützt. Seit 1988 und einigen Verordnungen von 2009 sorgt zudem der Scotch Whisky Act für einen Sonderschutz der Regionalbezeichnungen „Highland“, „Lowland“, „Speyside“, „Campbeltown“ und „Islay“.

Dort ist auch genau definiert, welche Gütekriterien ein echter schottischer Whisky zwingend erfüllen muss, um den Namen tragen zu dürfen. Unter anderem darf er beispielsweise nur in Schottland destilliert, ausschließlich in Eichenfässern gelagert und nur aus gemälzter Gerste gebrannt werden.