Glenfarclas

Die Glenfarclas Distillery liegt im schottischen Ballindaloch, Region Speyside, östlich von Inverness. Sie wurde 1836 von Robert Hay gegründet und zählt heute zu den wenigen Destillerien, die noch in Familienbesitz sind, denn schon 1865 wurde sie von John Grant gekauft und noch jetzt führen seine Nachfahren das Unternehmen.

Zwischenzeitlich war das Unternehmen auch unter dem Namen Glenlivet bekannt – den Rechtstreit über den Markennamen gewann dann aber der Konkurrent. Zunächst verpachtete der Eigentümer John Grant die Destillerie an John Smith. Dieser eröffnete dann aber die Destillerie Cragganmore und die Brennerei fiel zurück an die Familie Grant. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte rund die Hälfte der Glenfarclas Distillery zur mächtigen Pattinson, Elder & Co. Mit dem spektakulären Niedergang der Pattinson Ltd. – noch heute als die „Pattinson-Krise“ bekannt – wurde die Familie Grant wieder souveräner Eigentümer der Glenfarclas Distillery und änderte im Jahr 1900 den Namen des Unternehmens bis heute endgültig zu J. & G. Grant.

Nach und nach wurde die Firma auf dem Whiskymarkt bedeutender und 1960 wurde die Zahl der Brennblasen von zwei auf vier erhöht. 16 Jahre später wurden noch zwei weitere hinzugefügt. Das Unternehmen setzt auf traditionelle Techniken, wie das direkte Erhitzen der Blasen, im Gegensatz zum oft üblichen indirekten Erhitzen.

Die Produktion

Das Quellwasser, das Glenfarclas verwendet, stammt aus der Gegend, die vorwiegend aus Heideland besteht. Die torfigen, moorigen Böden, durch die das Schmelzwasser versickert, erzeugen einen leicht sauren pH-Wert.

Bis in die 1970er-Jahre wurde die Gerste bei Glenfarclas noch selbst gemälzt und gedarrt. Heute wird dies von einer großen Mälzerei durchgeführt. Die gemälzte Gerste wird dann gemahlen und kommt in die Mashtun, die bei Glenfarclas 16,5 Tonnen fassen kann. Hier soll erhitztes Wasser und Rühren den Malzzucker aus dem „Grist“ lösen. Danach beginnt der Gärprozess. Es können gleichzeitig bis zu zwölf stählerne, sogenannte Washbacks verwendet werden. Diese großen Gärbottiche, in denen die Würze mit Hefe versetzt wird und der Fermentationsprozess stattfindet, bestanden früher aus Holz und es hält sich bis heute der Glaube, Whisky aus hölzernen Washbacks schmecke besser. Zum einen befindet sich die Würze aber nur für wenige Tage in den Washbacks – bei Glenfarclas 50 Stunden –, zum anderen werden diese tausendfach verwendet. Zudem ist das Verhältnis von Volumen zu Oberfläche deutlich größer als in den zur Lagerung verwendeten Fässern. Geschmacklich dürften die Auswirkungen also als gering einzustufen sein. Die Flüssigkeit, die die Fermenter verlässt und anschließend destilliert wird, nennt man dann übrigens „wash“. Beim anschließenden Destillieren wird die „Wash“ erhitzt, damit ab 78°C der Alkohol verdampft. Die Brennblasen von Glenfarclas gelten als die größten in Speyside und können eine Kapazität von 3,5 Millionen Litern Rohbrand pro Jahr erreichen. Die Reifung schließlich erfolgt bei Glenfarclas häufig in Sherryfässern, was sich im Geschmack niederschlägt. Für die Fässer stehen auf dem Gelände der Destillerie 30 Lagerhäuser zu Verfügung.

Der fertige Whisky, der häufig alsSingle Malt Whisky abgefüllt wird, gilt als intensiv mit deutlichen Sherrynoten und der Stil kann insgesamt als eher traditionell eingestuft werden. Gleichzeitig geht das Unternehmen auch neue Wege und brachte Ende der 1960er-Jahre als erstes einen schottischen Whisky in Fassstärke auf den Markt.

Die Abfüllungen

Viele der in Edinburgh abgefüllten Whiskys von Glenfarclas finden Sie auch in unserem Whiskyshop hier auf whisky-fox.de, bzw. oben auf dieser Seite.