Edradour

1 bis 3 (von insgesamt 3)

Die Destillerie Edradour - deren Name „zwischen zwei Flüssen“ bedeutet, ist die zweit kleinste aktive schottische Brennerei. Wären die beiden zur Destillation verwendeten Brennblasen nur geringfügig kleiner, könnten die Steuerbehörden sie als transportabel einstufen und die Destillerie dürfte nicht legal brennen. Das Prädikat „klein“ trägt sie zudem, weil sie gerade einmal zwölf Fässer mit 600 Gallonen Destillat in der Woche abfüllt und im Jahr nur etwa 250.000 Flaschen Whisky produziert. Im Umkehrschluss stellt Edradour im ganzen Jahr nur so viel Malt Whisky her, wie große Brennereien in einer einzigen Woche. Eine Besonderheit, die die Destillate von Edradour nur noch wertvoller macht.

Edradour liegt östlich der Ortschaft Pitlochry in denHighlands von Schottland - mitten im Perthshire an den südlichen Ausläufern der Cairngorm Berge. Die Destillerie mit ihren weißen Häusern und den leuchtendroten Türen, versteckt sich malerisch im Herzen des Ortes und wirkt dabei wie ein kleines Modell-Dorf, durch das das Flüsschen Edradour plätschert. Mit einzigartigem Engagement wird hier die Tradition bewahrt und die authentische Kleinproduktion weiterentwickelt, die wunderbare Charaktere von Single Malts mit beeindruckenden Geschmacknoten hervorbringt.

Die Geschichte der Destillerie Edradour

Die erstmalige Erwähnung von Brennaktivitäten auf dem Gelände der heutigen Brennerei Edradour fand bereits im Jahr 1823 statt. Zu dieser Zeit nannte sie sich jedoch noch Glenforres und betrieb gleichzeitig auch Landwirtschaft. Im selben Jahr wurde das Whiskybrennen mit dem Excise Act legalisiert und außerdem ein Verbrauchssteuer-Gesetz erlassen, das gleichzeitig die Mindestgröße einer Destillerie regelte. Nachdem gewährleistet war, dass diese Vorgaben gerade einmal erfüllt werden konnten, weil sie nicht als transportabel galt, ließ sie sich 1825 registrieren. Die Destillerie entstand aus einer Kooperation von Farmern aus der Gegend, die vorrangig eine sinnvolle Verwendung für ihre überschüssige Gerste suchten. 1841 benannte man die Kooperative dann in John McGlashan & Co. um und begann mit der Produktion für den Markt. 1933 wurde die Brennerei von William Whiteley & Co., einem Tochterunternehmen der amerikanischen Gruppe J.G. Turney & Sons, übernommen.

Wie die Destillerie Edradour auf ihrer Homepage eindrucksvoll berichtet, übernahm sogar einmal zwischenzeitlich ein Mafia-Boss aus New York Ende der 1930iger Jahre als rechtmäßiger Eigentümer die Brennerei.

1982 ging die Destillerie an Campbell Distillers Ltd, das zum Spirituosenkonzern Pernod Ricard gehört. Diese begannen mit der Single-Malt Produktion, so dass erste Single Malt-Abfüllungen im Jahr 1986 erfolgen konnten. Am 22.Juli 2002 erwarb Andrew Symington, Eigentümer des unabhängigen Abfüllers Signatory, die Brennerei Edradour.

Im Folgejahr investierte Andrew Symington in zahlreiche Neuausstattungen für die Brennerei, renovierte die alte Malzscheune und baute neue Lagerhäuser. Er legte gesteigerten Wert darauf, seine Whiskys in unterschiedlichsten Fässern aus aller Welt (nach-)reifen zu lassen, um durch die Verwendung von Refill-Burgunder- , Sauternes-, Port bis zu Pedro Ximenez-Fässern die Vielseitigkeit und Komplexität der Whiskys kontinuierlich auszubauen. Im Jahr 2012 ernannte man Andrew Symington zum "Master oft the Quaich".

Der kleine, feine Produktionsbetrieb der Destillerie Edradour

Das zur Whisky-Herstellung verwendete Wasser stammt aus einer Quelle am Mhoulin Moor. Edradour mälzt seine Gerste inzwischen nicht mehr selbst. Während für den Edradour-Whisky nur ungetorftes Malz verwendet wird, stellt man den Ballechin-Whisky mit über Torfrauch getrocknetem Malz her, das einen Torfanteil von mindestens 50 ppm aufweist.

Die Destillerie besitzt einen 1,25 t Maischebottich, zwei Gärbottiche aus Douglasienholz, eine wash still mit ca.4200 Litern und eine spirit still mit ca. 2200 Litern. Generell wird zweimal gebrannt, um so einen optimalen Alkoholgehalt zu erzielen.

Die Lagerhäuser befinden sich am Berghang, etwa 500 Meter von der Brennerei entfernt.

Im Brennereigebäude selbst gibt es auch heute noch einige Raritäten zu bestaunen: beispielsweise einen schmiedeeisernen, über 100 Jahre alten Bottich, oder den Morton-Refrigerator, der die Würze wieder abkühlt, ehe sie zum Gären in die hölzernen Washbacks geleitet wird. Er dürfte zu den letzten seiner Art gehören, der in der Whisky-Herstellung noch zum Einsatz kommt.

Das Whisky-Sortiment von Edradour

Die Brennerei Edradour führt ein großes Sortiment von Originalabfüllungen, die durch ihren vollen und intensivem Charakter geprägt sind und in verschiedenen Serien herausgebracht werden.

Oben sehen Sie alle aktuell verfügbaren Whisky aus der zweit kleinsten Destillerie bei whisky-fox.