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Whisky richtig trinken – eine kleine Anleitung

13. Juni 2018
Whisky richtig trinken Anleitung -Nosinglas vor Whiskyflaschen

Beim Genuss von Whisky entscheidet vor allem der persönliche Geschmack. Es gibt unzählige Arten von Whisky und jeder Gaumen entwickelt dabei seine Vorlieben. Die einen schwören auf Single Malt, die Anderen lieben amerikanischen Bourbon. Manche Whiskytrinker bevorzugen sanfte, weiche Whiskys mit starker Sherry-Note, andere lieben den rauchigen und torfigen Geschmack der kräftigen Schotten von Islay. Hinzu kommt, in welchen Situationen man seinen Whisky genießen möchte. Trinkt man Whisky gemütlich zum Feierabend, dann kann es durchaus ein Genuss sein, wenn man ihn als Longdrink oder sogar mit Eis zu sich nimmt. Will man mehr Aromen herausschmecken und den Whisky in seiner ganzen Komplexität erfassen, dann bietet sich nur die ungekühlte Variante im richtigen Glas an. Sie merken schon: Whisky richtig trinken hängt vom ganz persönlichen Geschmack ab. Deswegen wollen wir Ihnen in diesem Beitrag auch gar nicht vorschreiben, wie Sie Ihren Whisky richtig trinken sollen, sondern nur die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen.

Whisky richtig trinken – das Glas

Ehe wir uns der Frage widmen, ob man Whisky mit oder ohne Eis oder sogar mit Wasser richtig trinkt, steht noch ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund. Schon bevor der Whisky überhaupt ins Glas kommt, streiten sich die Geister genau um dieses. Während wir in Filmen das Klischee des harten Mannes, der seinen Whisky aus einem runden, nicht sehr hohen, dickwandigem Glas, Tumbler, meist noch On the Rocks trinkt, schwören Single Malt – Liebhaber auf dünnwandige sogenannte Nosing-Gläser. Diese sind tulpenförmig und lassen dem Geschmack einen ganz anderen Raum zur Entfaltung. Für richtige Whisky-Tastings sind diese Gläser unabdingbar und auch für den Genuss komplexer Whiskys raten wir Ihnen dazu. Wollen Sie allerdings einfach nur einen Bourbon oder einen leichten Scotch On the Rocks zu sich nehmen, ist der Tumbler genau das Richtige für Sie.

Whiskygläser sind also nicht nur rein auf das Design ausgelegt, sondern jede Form eignet sich speziell für bestimmte Whisky-Sorten. Hier entscheidet zum einen die Form, wie die Aromen sich nach oben hin entfalten und schon auf die Nase treffen, ehe sie überhaupt in den Gaumen kommen. Dabei ist es wichtig, dass das Glas in seiner Tulpenform sich nicht bis ganz nach oben stetig verjüngt, sondern noch einmal leicht auseinander geht und in einer Lippe endet. So ist gewährleistet, dass der Whisky nicht sofort in den hinteren Bereich des Gaumens fließt, sondern von der Zungenspitze an mit allen Aromen und Geschmacksknospen wahrgenommen wird. Auch die empfohlenen Nosinggläser gibt es noch in unterschiedlichen Ausprägungen. Je stärker der Whisky wird, desto größer wird auch das Glas, damit sich zum Beispiel das Aroma eines stärkeren Malts aus der Küstenregion großzügig entfalten kann.

Wjisky richtig trinken - das Nosingglas

Whisky richtig trinken – Mit oder ohne Eis?

Wie Sie eben bei den Worten zum richtigen Whisky-Glas gemerkt haben, kommt es immer darauf an, welchen Whisky man trinken möchte, und nicht um die einzige Methode, mit der man Whisky richtig trinken soll.Deswegen wollen wir im folgenden auch gar nicht die Grundsatzfrage nach dem Eis stellen, sondern Ihnen verschiedene Varianten des Whisky-Genusses vorstellen. Dazu erklären wir, für welche Whisky-Sorten und für welche Aromen sich diese Zubereitungs- oder Genussvarianten eignen.

Whisky pur trinken

Für die meisten Whisky-Kenner und -Experten ist die Frage, wie man Whisky richtig trinken sollte, ganz eindeutig zu beantworten. Sie trinken den Whisky pur. Auch wir von Whisky-Fox empfehlen diese Variante bei vielen guten Whiskys und vor allem bei Single Malts. Der über viele Jahre gereifte Whisky ist hoch komplex und nur pur werden Sie diese Vielfalt der Aromen auch aufnehmen können. Vor allem beim Whisky-Tasting ist natürlich der unverfälschte Geruch und Geschmack enorm wichtig, um den Charakter des Whiskys zu bestimmen. Wie eine Degustation abläuft und was man dabei beachten sollte, erklären wir in einem anderen Beitrag im Whisky-Magazin, der aktuell noch auf seine Veröffentlichung wartet.

Whisky richtig trinken mit Wasser

Nicht selten ergibt sich gerade bei einem Tasting, dass ein Whisky seine Komplexität und Reichhaltigkeit noch weit mehr entfaltet, wenn man einige Tropfen Wasser hinzugibt. Der Whisky wird schon im Herstellungsprozess vor der Abfüllung in Flaschen mit Wasser verdünnt, um ihn auf eine angenehme Trinkstärke zu bringen. Doch wir empfehlen Ihnen, einmal auszuprobieren, wie Ihnen Ihr Lieblingswhisky oder auch andere Schätze im Whiskyschrank schmecken, wenn Sie unseren Tipp befolgen und etwas Wasser hinzugeben. Dabei meinen wir wirklich nur ein paar Tropfen mineralarmes und nicht zu kaltes Wasser. Am besten hat es Raumtemperatur. Mit dieser kleinen Menge schließt man den Whisky quasi auf und zaubern unter dem recht oft hohen Alkoholgehalt noch so manches unentdeckte Aroma hervor. Richtige Kenner schwören im Übrigen auf echtes schottisches Quellwasser.

Whisky mit Eis und Flasche

Whisky mit Eis trinken

Wer richtig cool sein will, bestellt und trinkt seinen Whisky „On the Rocks“, oder etwa nicht? Natürlich erfrischt solch ein kühler Drink im Sommer und nach einem langen Tag, aber den Aromen im Whisky tut das Übergießen auf Eiswürfel überhaupt nicht gut. Das Eis kühlt den Whisky ab, doch die Aromenvielfalt und Komplexität entfaltet sich erst bei Zimmertemperatur. Zusätzlich verwässert das schmelzende Eis den Whisky zusehends, je länger man an seinem Scotch On the Rocks nippt. Wie bitte, war Wasser nicht eben noch gut? Ja, einige Tropfen und nicht zu kaltes Wasser braucht man, wenn man Whisky richtig trinken möchte, keine Eisberge.

Wer nun aber nicht auf seinen Whisky mit Eis verzichten will, der greift am besten zu einem kräftigen Blended Whisky, einem Bourbon oder einem Rye Whiskey. Diese verkraften den Zusatz von sehr viel eiskaltem Wasser am besten. Wer die Ecken und Kanten des Whiskys nicht abschleifen und ihn nicht verwässern, aber dennoch kalt trinken möchte, der kann es ja einmal mit Whisky-Steinen statt mit Eis probieren. Die im Tiefkühlfach vorbereiteten Steine kühlen, aber geben kein Wasser ab.

Whisky -Cocktails

Eine weitere beliebte Variante, um Whisky zu trinken, ist die Mischung in Form eines Cocktails oder Longdrinks. Vor allem Blended Scotch, aber auch Rye Whisky und auch einzelne Single Malts landen hier im Cocktailglas. Sie sind selten, aber so mancher Barkeeper freut sich über die Herausforderung. Denn eine Herausforderung ist es allemal, bei der Mischung verschiedener Spirituosen noch den Whisky-Geschmack herauszukitzeln. Bekannte Whisky-Cocktails sind Rob Roy, Rusty Nail oder auch der Blood & Sand. Im Laufe der Zeit werden Sie bei uns im Whisky-Fox-Magazin bestimmt auch noch das ein oder andere Rezept mit Whisky kennenlernen, egal ob als Getränk oder als Essen.

Whisky Cocktail Rusty Nail

Whisky und Tee

Wie Sie vielleicht wissen, erfreut sich Whisky nicht nur in Amerika und Europa großer Beliebtheit. In Asien, vor allem in Japan wird ebenso Whisky gebrannt und natürlich auch getrunken. Wobei die Japaner ihre gar nicht so schlechten Single Malts aber fast nie pur genießen. Weit verbreitet ist der Genuss des Whiskys in trauter Harmonie mit grünem Tee. Grüner Tee hat in Asien einen sehr hohen Stellenwert und vor allem auch eine enorme Qualität. Handverlesener grüner Tee kann genau wie Whisky florale oder Aromen tropischer Früchte mitbringen, sogar rauchig sein. Eine Kombination beider muss also gar nicht schlecht sein, kann sogar Schwächen auf beiden Seiten ausbalancieren.

Eine weitere Variante, wie Japaner ihren Whisky trinken, ist die als Highball. Das heißt, sie gießen auf ihre in dem Fall meist Blended Whiskys auf Eis und füllen mit viel Sodawasser auf. Dadurch wird der Whisky extrem verdünnt und nur noch ein Hauch seines ursprünglichen Charakters bleibt erhalten. Whisky richtig trinken stellen wir Europäer uns da wohl in jedem Falle anders vor, aber zum vielen und vor allem rohen Fisch der japanischen Küche passt es sicher ausgezeichnet.

Whisky heiß serviert

Als letztes wollen wir Ihnen noch eine Variante für die kalte Jahreszeit vorstellen, bei der der Whisky heiß serviert und getrunken wird. Am bekanntesten ist der Hot Toddy, für den der Whisky erhitzt und mit Zitrone, Orange, Zimt, Kardamon und Honig sowie anderen Gewürzen angereichert wird. Hierbei geht natürlich der eigentliche Whisky-Geschmack deutlich verloren. Genauso wie durch Kälte werden durch Hitze die Aromen gestört und der eigentliche Charakter des Whiskys geht verloren. Der Hot Toddy ist zwar nicht mehr pur, aber ihm werden heilende Kräfte zugesprochen. Bei Erkältung und Grippe soll er wahre Wunder wirken.

Das soll es nun auch schon mit unserer Vorstellung von Varianten für den richtigen Whisky-Genuss gewesen sein. Auch wenn sich der Purist auf keinerlei Abwandlungen, auch nicht mit ein paar Tropfen Wasser, einlässt, gibt es doch mehrere Varianten, um Whisky richtig zu trinken. Es kommt eben ganz auf den persönlichen Geschmack, die Situation und auf die Kultur des Landes an, in dem der Whisky genossen wird. Vielleicht probieren Sie einige der Beispiele aus und entdecken so die für Sie richtige Art, Whisky zu trinken. Zum Wohl!

 

 

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